Kapitalarten Erfahren Sie, welche Seiten im integrierten Bericht die Kapitalarten betreffen.

Kapitalarten

Beschaffung von Leistungen: Nachhaltigkeit immer wichtiger

Konzernweites Warengruppenmanagement

Der Flughafen München hat keine klassische Lieferkette, sondern beschafft eine Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen, die für den Betrieb und Ausbau eines internationalen Drehkreuzflughafens nötig sind. Das Warenspektrum entspricht dem Bedarf einer Kleinstadt: Die 132 Warengruppen reichen von Bürobedarf über Straßenbau bis hin zu Fahrzeugen und Gebäuden. Für 2019 betrug das Beschaffungsvolumen des Flughafen München Konzerns rund 753 Millionen Euro (netto). Alle Beschaffungen der Fachbereiche und der Tochtergesellschaften laufen über das zentrale konzernweite Warengruppenmanagement. Nur die Warengruppen Handelswaren, Food & Beverage sowie medizinische Artikel werden direkt von den Tochterunternehmen eingekauft.

Ziel
Transparenz über Liefer- und Leistungsbeziehungen schaffen

Rechtliche Vorgaben bei der Beschaffung

Der Flughafen München Konzern ist als Sektorenauftraggeber im Bereich »Häfen und Flughäfen« tätig. Daher richtet sich die Beschaffung grundsätzlich nach dem Kartellvergaberecht. Bei öffentlichen Aufträgen erfolgt eine europaweite Ausschreibung nach verbindlichen vergaberechtlichen Vorgaben. Aufträge, die nicht unter das Kartellvergaberecht fallen, schreibt der Konzern in der Regel nach einem unternehmensspezifischen, formalisierten Verfahren aus. Bieter müssen bei der Angebotsabgabe die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bestätigen, um Gründe auszuschließen, die gegen eine Teilnahme am Kartellvergabe- oder Ausschreibungsverfahren sprechen. Zudem müssen sie verschiedene Nachweise über die Einhaltung von Qualitätssicherungs- und Umweltmanagementnormen erbringen.

Verantwortung in der Lieferkette

Der Flughafen München vergibt Aufträge nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit und legt besonderen Wert auf den Einsatz von langlebigen und verbrauchsarmen Materialien und Produkten. Bei Investitionsgütern werden bei Bedarf Folgekosten für Wartung und Instandhaltung (Life Cycle Costs) berücksichtigt. Um die Beschaffungsprozesse in allen Unternehmensbereichen möglichst nachhaltig zu gestalten, unternimmt der Flughafen München immer größere Anstrengungen. Nachhaltige Beschaffung beginnt dabei nicht erst beim tatsächlichen Einkauf von Waren und Dienstleistungen.

Schon die Bedarfsträger in den Fachabteilungen geben vermehrt ökologische, ökonomische und soziale Standards vor, sowohl in der IT, bei der Instandhaltung von Gebäuden oder beim Bau neuer Gebäude, im Fuhrpark als auch beim Kauf von Werbemitteln. So enthielten beispielsweise die Ausschreibungsunterlagen zur Dienstkleidung den Passus, dass der Auftragnehmer die Einhaltung ethischer Verpflichtungen gewährleisten muss (keine Kinderarbeit, umweltgerechte Herstellung und Verarbeitung der Stoffe und Materialien, gesundheitsgerechte Arbeitsplätze bei den Herstellern). Bei der Beschaffung von Werbemitteln sind die Herkunft des Artikels, eine umweltschonende Produktion und die Recyclingfähigkeit wichtige Kriterien. Bei Fahrzeugen und Geräten für den Fuhrpark der FMG wird darauf geachtet, umweltschonende und insbesondere CO2-arme Fahrzeuge zu beschaffen.

Lieferantenstruktur und Lieferantenmanagement

Rund 5.600 Lieferanten sind für den Flughafen München Konzern tätig. Die Lieferantenstruktur ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. 96 Prozent des Beschaffungsvolumens des Flughafens fließt an Unternehmen, die ihren Sitz in Deutschland haben. Von diesen kommen wiederum 67 Prozent aus Bayern und 40 Prozent aus München und der Flughafenregion. Da der Flughafen München hauptsächlich von Geschäftspartnern aus der Region beliefert wird, sind die Transportwege kurz, und die CO2-Emissionen werden reduziert. Beispielsweise bezieht die Tochtergesellschaft Allresto das ganze Jahr über größtenteils saisonale Lebensmittel für knapp 20 Millionen Euro – fast alle stammen aus Bayern, gut die Hälfte aus der direkten Flughafenregion. Die Flughafen München GmbH beurteilte 2019 Rahmenvertragspartner nach folgenden Kriterien: Qualität des Produkts oder der Dienstleistung, Liefertreue, Service- und Preisentwicklung, aber auch Zertifizierung der Unternehmen nach Qualitäts- und Umweltstandards. Lagen schwache Ergebnisse vor, erhielten die Anbieter bei Lieferantenaudits die Chance, Mängel zu beheben.

40 Prozent Mit seinem hohen Anteil regional eingekaufter Produkte und Dienstleistungen erzeugt der Flughafen München nicht nur gesellschaftlichen Wert, sondern reduziert auch die Umweltbelastungen.
3 Flugzeuge auf den Bahnen des Flughafen München umgeben von viel Grün, im Hintergrund Wald, Felder und in der Weite die Alpen
Auch bei der Beschaffung hat der Flughafen die Region im Blick.

Prüfung und Dokumentation der Achtung von Menschenrechten

Der Flughafen München Konzern übt seine Geschäftstätigkeit schwerpunktmäßig in Deutschland aus. Der Schutz der Menschenrechte ist hier gesetzlich verankert. Bei der Ausschreibung von internationalen Leistungen wird gewährleistet, dass nationale und internationale Gesetze und Übereinkommen Anwendung finden. Dies wird bei Vertragsabschluss nochmals dokumentiert. Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans (NAP) für Wirtschaft und Menschenrechte wurde Ende 2018 eine interne Risikoanalyse durch Einzelgespräche angestoßen. Nach Beendigung dieser Analyse und deren Auswertung 2019 ist eine Prozessfestlegung innerhalb der Flughafen München GmbH im Jahr 2020 geplant. Die Integration der Menschenrechtsrisiken in die allgemeine Chancen-/Risikenanalyse des Flughafens München zeigt den hohen Stellenwert des Themas im Unternehmen.

Strenge Vorgaben zum Ausschluss von Kinderarbeit

Bei Produkten, die diesbezüglich ein erhöhtes Risiko aufweisen, wird im Rahmen der Ausschreibung besonders darauf geachtet, Kinderarbeit auszuschließen. Hersteller von Produkten aus gefährdeten Regionen haben Zertifizierungen unabhängiger Organisationen vorzuweisen, die die Unbedenklichkeit der Produkte belegen. Entsprechende Klauseln werden in die Ausschreibungs- und Vergabeunterlagen integriert.

Teilen Sie diesen Bericht auf Social Media:

Stakeholder-Befragung

Wir freuen uns auf Ihr Feedback zum integrierten Bericht 2019.

Zur Befragung